MUSEUM PETERSBERG

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Ausstellung Erich Fraaß und Karl Timmler

Die große Kunstausstellung der Galerie KunstLandschaft im Museum Petersberg wird in diesem Jahr den Dresdner Malern Erich Fraaß und seinem Schwiegersohn Karl Timmler gewidmet sein. Somit wird die Malerei zweier Generationen aus dem Zeitraum von 1920 bis 1970 gezeigt werden können, was den ganz besonderen Reiz dieser Ausstellung ausmacht. Erich Fraaß (1893 - 1974) und Karl Timmler (1906 – 1996) fanden in Ihrer Malerei zu deutlich unterschiedlichen und eigenen Ausdrucksformen.

 

Erich Fraaß – ein Künstler der sogenannten „verschollenen Generation“ gehört wie August Böckstiegel, Otto Dix, Conrad Felixmüller u.a. zu den wichtigsten Dresdner Realisten des 20. Jahrhunderts. Die Entdeckung dieser »Verschollenen Generation«, insbesondere durch den Kunsthistoriker Rainer Zimmermann, hat in wenigen Jahren zu einer Neubewertung der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts geführt.

Aus dem Expressiven Realismus, als bedeutendste Stilrichtung der Postmoderne heraus, hat Erich Fraaß in hoher künstlerischer und handwerklicher Meisterschaft zu einem eigenen tragfähigen Malstil gefunden. Seine Lehrer an der Kunstakademie in Dresden waren Oskar Zwintscher (1870 - 1916) – Eigenwert der Farbe und Achtung der Form – sowie der Freilichtmaler und Impressionist Robert Sterl (1867- 1932), dessen Meisterschüler er war, – zeichnerische Sicherheit und Bedeutung des Lichtes als raumgestaltende Kraft. Diese 4 Grundsätze wurden das Fundament seines gesamten künstlerischen Schaffens, welches durch den I. Weltkrieg abrupt unterbrochen wurde. Vier Jahre war er Soldat an der Front in Flandern, wurde drei mal verwundet und kehrte 1918 als Kriegsgegner nach Dresden zurück.

Die inhaltliche Ausrichtung seiner Kunst auf das Zeigen einer Welt der Menschenwürde und Menschlichkeit, der jedes Phatos fremd ist und die die Einfachheit als hohen Freiheitsgrad würdigt, ist wohl mit seinen Kriegserlebnissen und deren innerlichen Verarbeitung gelegt worden. 1932 wurde er Mitbegründer und Vorsitzender der „Dresdner Sezession 1932“, welcher ab 1935 staatlich organisierte Ausstellungen von den Nationalsozialisten verwehrt wurden.

Erich Fraaß wurde 1947 als Dozent an die Hochschule für Bildende Künste Dresden berufen und dort 1953 zum ordentlichen Professor für Malerei ernannt.

Fraaß baute in Dresden das Grundstudium für Malerei auf und leitete es bis zu seiner Emerritierung im Jahr 1958.

1958 wurde ihm der Vaterländische Verdeinstorden verleihen.

Karl Timmler – eine Künstlerpersönlichkeit der man wohl am ehestens gerecht wird, wenn man seine außergewöhnliche zeichnerische Begabung in den Vordergrund rückt. Eine Begabung, die ihn später zu einem hervorragenden und anerkannten Porträtmaler werden lässt. Zeichnung – Malerei und Keramik, auf diesen Gebieten hat Karl Timmler bis ins hohe Lebensalter gewirkt.

Einer schlesischen Brauerfamilie entstammend, war es nicht vorgesehen, dass er eine künstlerische Laufbahn einschlagen sollte. Karl Timmler wurde 1921 zu einer Lehre als Elektromotorenbauer nach Dresden geschickt. Dort besuchte er zunächst heimlich Abendkurse im Fach Zeichen an der Kunstgewerbeschule Dresden. Die Kunststadt mit ihrem Flair und Möglichkeiten zog in mehr und mehr in den Bann und er nimmt im Jahr 1929 ein Studium an der Dresdner Akademie für bildende Künste auf. Seine Lehrer Ferdinand Dorsch, Max Feldbauer und Richard Müller kamen mit ihren Auffassungen zu Lehre und ihrem eigenen künstlerischen Schaffen den Intentionen Karl Timmlers sehr nahe und er wurde seinem Naturell entsprechend gefördert. Karl Timmler stand einer künstlerischen „Umsetzung“ ohne hohes Können im technischen und handwerklichen Beherrschen malerischer und zeichnerischer Grundlagen lebenslang skeptisch gegenüber.

Um 1937 lernte Karl Timmler den Dresdner Puppenspieler Egon Gäble kennen und schätzen. Es entstanden in den 50-er Jahren großformatige Aquarelle mit Szenen aus dem Puppenspiel zu Faust in grellen, leuchtenden Farben, welche in seiner sonstigen Malerei ein Tabu waren. 6 dieser Aquarelle sind in der Ausstellung zu sehen.

Karl Timmler malte das, was ihn im Leben umgab mit großer Hingabe zum Einfachen und unspektakulären. Doch was er darstellte, das beseelte er durch seine Gabe des Hineinfühlens in Mensch und Landschaft. Harte Selbstdisziplin, die Arbeit vor Ort – kaum im Atelier – und bei jeder Witterung lassen seine Bilder immer die eingefangene Stimmung in der, der Freilichtmalerei eigentümlichen Lebendigkeit und Frische, erstrahlen.